Saturday, January 06, 2007

Zahl der Drogentoten in Hamburg ist gesunken

Immer weniger Drogentote in Hamburg: Die Zahl der Menschen, die wegen ihrer Rauschgiftsucht gestorben sind, hat im vergangenen Jahr weiter abgenommen. Nach den jetzt vorliegenden vorläufigen Zahlen hat es im Jahr 2006 höchstens 42 Drogentote gegeben. Im Jahr davor waren es noch 61 Menschen, die wegen ihrer Rauschgiftsucht gestorben waren.

Maximal 42 Rauschgiftopfer: Diese Zahl setzt sich zusammen aus 22 Todesfällen, bei denen zweifelsfrei Drogen die Todesursache waren, und weiteren 20, bei denen ein Zusammenhang mit Rauschgift nicht ausgeschlossen werden kann. Bei diesen Personen werden zur Zeit noch feingewebliche Untersuchungen im Institut für Rechtsmedizin vorgenommen, die letzte Klarheit über die Todesursache bringen werden. Mit den endgültigen Zahlen rechnet die zuständige Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz Ende dieses Monats.

Die insgesamt für das vergangene Jahr maximal zu erwartende Anzahl von Drogentoten liegt voraussichtlich noch unter dem Stand von 1987, als 51 Menschen an dem Konsum illegaler Drogen gestorben waren. Vor zehn Jahren war die Zahl der Rauschgifttoten bis auf 159 gestiegen. Im Jahr 2000 waren es dann 103 Tote, 2001 insgesamt 101, 2002 verzeichnete Hamburg 79 Drogentote, 2003 insgesamt 64, und 2004 waren es 60. Gesundheitsstaatsrat Dietrich Wersich und Innenstaatsrat Christoph Ahlhaus bewerteten den erneuten Rückgang der Rauschgifttoten im vergangenen Jahr "als deutlichen Erfolg der konsequenten Drogenpolitik des Senats, die auf Prävention, Therapie und Repression gestützt ist" und auch in Zukunft fortgesetzt werde, hieß es aus den Behörden.

Es gebe ein "sehr differenziertes Hilfsangebot, unter anderem etwa 20 Beratungsstellen", sagte der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Hartmut Stienen. Wichtig sei auch die gute medizinische Versorgung der Abhängigen. Ebenfalls positiv wirke sich der Modellversuch aus, eine kleine Guppe von Langzeitdrogenabhängigen mit der kontrollierten Abgabe von Diamorphin, einem synthetisch hergestellten Heroin, zu versorgen.

Diese Studie läuft indes jetzt aus. Bis zum 30. Juni werden in Hamburg und sechs weiteren beteiligten Städten die verbliebenen rund 300 Patienten noch mit Diamorphin behandelt. Ein weiterer Grund für die positive Entwicklung bei der Anzahl der Drogentoten ist laut Stienen auch "ein verändertes Konsumverhalten: Es wird mehr Crack geraucht und weniger Heroin gespritzt."

Quelle: Hamburger Abendblatt

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